Philosophie
Vandal geht bei der Modellierung von Komponenten wie Amps oder Effektgeräten über das bloße Kopieren der realen Welt hinaus. Viele „legendäre“ Geräte sind einst nicht am Reißbrett entstanden, sondern durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Musikern im Laufe ihrer Zeit zu dem gereift, was sie heute bei Anwendern ausmachen. Dabei haben Amp-Ingenieure und Musiker meist ganz konkrete Vorstellungen vom Endprodukt und verändern das Modell so lange, bis es in ihren Augen – bzw. Ohren – passt.
Unser Entwicklungsprozess verlief ebenso: Wir wollten „unseren“ Gitarren-Amp, „unseren“ Bass-Amp, „unsere“ Stomps. Entwicklung, Musiker und Betatester waren mit Eifer bei der Sache, um ein Produkt mit „Persönlichkeit“ zu schaffen, das inspiriert und über einen hohen Ausdrucksreichtum verfügt. Trotz dieses „Custom Amplification“-Ansatzes sollte es ein Leichtes sein, mal eben die Sounds der letzten Jahrzehnte und Angesagtes „aus dem Ärmel zu schütteln“.
Dazu ist es erforderlich, z. B. die Verstärker-Engines sehr variabel auszulegen. In diesem Fall wäre die Behauptung, VANDAL besäße eine „multiple Persönlichkeit“, durchaus angemessen.
Im Zeitalter der vollkommen digitalisierten Musikproduktion erscheint es immer wichtiger, digitalen Werkzeugen etwas wie Lebendigkeit und „Charakter“ einzuprogrammieren. Solche nicht unmittelbar messbaren Eigenschaften in Rechenvorschriften zu gießen ist alles andere als einfach. Wir haben uns auf eine lange, wenn auch spannende, Forschungsreise begeben. Diese Grundlagenarbeit ist aber essenziell für VANDAL und führte direkt zu Überlegungen, welche Features die meisten Gitarristen oder Bassisten wirklich benötigen, und welche anfangs eher weniger wichtig sind. Auch wenn wir den Funktionsumfang der Software via Updates erweitern mögen, so gilt stets der Grundsatz „Qualität vor Quantität“.
